Verdauungsstörungen

Erfahrungen - Verdauungsstörungen

Patienten berichteten: „Kein Tag verging ohne Blähungen, Völlegefühl, Bauchschmerzen. Von Diäten bis verdauungsfördernden Mitteln probierte ich fast alles. Die autonome Diagnostik half dabei, die Ursache für meine Beschwerden zu finden. Die Therapie wurde mit meinem Hausarzt abgestimmt und das Leben hat sich wieder normalisiert.“

Verdauungsstörungen

Das vegetative Nervensystem des Magen-Darmtraktes (das sogenannte „Bauchhirn“) reguliert den Nahrungstransport und die Verdauungsfunktionen. In Verbindung mit den weiteren Symptomen aber auch als einzige Beschwerde können chronische Verstopfung oder auch ein Reizdarm auf eine Störung der Nervenfunktionen des Darmes hinweisen. Die Diagnose einer neurogenen Störung des Nahrungstransports bzw. der Verdauung erfordert neurologische und gastroenterologische Untersuchungen. Die Suche nach einer behandelbaren Ursache von Reizdarm, Diarrhoe oder Verstopfung ist manchmal erst in Zusammenarbeit mit verschiedenen medizinischen Fachdisziplinen wie Rheumatologie oder Endokrinologie erfolgreich. Der Behandlungserfolg liegt in der Kombination von Ernährungs- und Verhaltens-Empfehlungen sowie verdauungsunterstützenden Mitteln. In zweiter Linie können zur Verbesserung der Verdauung und Linderung von Beschwerden Medikamente eingesetzt werden. Diese werden in Kenntnis der Untersuchungsbefunde sorgfältig ausgewählt.

Nerven steuern Magen- und Darm-Funktion

Die Magen- und Darm-Tätigkeit beruht auf Reflexen, welche durch das enterische Nervensystem, d.h. das Nervensystem des Darmes vermittelt und durch den Vagusnerven sowie Impulse des Sympathikusnerven kontrolliert werden. Der obere Gastrointestinaltrakt (GI-Trakt) von Speiseröhre bis Dünndarm wird durch den Hirnstamm, den dort befindlichen Vaguskern und seine Nervenbahn kontrolliert. Im unteren Anteil, nämlich im Dünndarm und Dickdarm wird die Peristaltik, d.h. der Nahrungstransport durch lokale enterische Reflexe in Gang gehalten. Sympathische Nervenimpulse, welche von den neben dem Rückenmark gelegenen Schaltstellen an den Darm übermittelt werden, können die Darmbewegungen verlangsamen.

Die Störung der Passage durch die Speiseröhre (Ösophagus) geht typischerweise mit einem Druckgefühl hinter dem Brustbein einher. Sie kann vom Gefühl einer Schluckstörung begleitet sein. Eine verzögerte Magenentleerung kann ein vorzeitiges Sättigungsgefühl, ein Völlegefühl aber auch Bauchschmerzen hervorrufen. Infolge des gestörten Speise-Transportes durch die Speiseröhre oder infolge einer verzögerten Magenentleerung ist auch der Appetit vermindert. Es kann sogar eine Aversion gegenüber Essen bestehen.

Die Störung der Darmpassage kann einerseits mit Verstopfung (Obstipation) andererseits aber auch mit einer beschleunigten Darmpassage, häufigen Darmentleerungen und auch Durchfall (Diarrhoe) einhergehen. Wenn Verstopfung und Durchfall ohne erkennbaren Auslöser wiederkehren und sich mit Hilfe von Darmspiegelung und bildgebenden Untersuchungen des Darmes nicht erklären lassen, so ist auch an eine neurologische Ursache zu denken. Verstopfung und Durchfall können beispielsweise im Rahmen eines Reizdarm-Syndroms abwechselnd auftreten.

Neurologische Ursachen gestörter Verdauung

Neurologische Ursachen der Magen- und Darmfunktion im Rahmen von Nervenerkrankungen (Polyneuropathien) sind nicht selten. Oft betreffen diese nicht nur Magen oder Darm. Die Wahrnehmung sensibler Reize in den Beinen oder Armen kann herabgesetzt sein. Es können Missempfindungen der Füße oder Hände bestehen. Die Muskelkraft kann generell vermindert sein. Sorgfältige Untersuchungen der Nervenbahnen zeigen beispielsweise Störungen der Nervenleitung in Beinen und/oder Armen an. Zusätzliche Störungen der Blasenfunktion, der Kreislaufregulation, des Schlafes oder des Schwitzens sind nicht selten.

Auch Erkrankungen des zentralen Nervensystems können mit Störungen von Magen- und Darmfunktionen einhergehen. Besondere Aufmerksamkeit gilt in diesem Zusammenhang neurodegenerativen Erkrankungen wie der Parkinson-Erkrankung. Bereits zu einem frühen Zeitpunkt nicht selten Jahre vor Beginn der Parkinson-Bewegungsstörung können Betroffene unter häufiger Verstopfung und Darmträgheit leiden. Einige Formen der Demenzerkrankungen können mit einer Störung der Darmtätigkeit einhergehen. Infolge einer Erkrankung des zentralen Nervensystems bestehen Störungen des Magens und Darmes oft chronisch fort. Sie können die körperliche Fitness nicht nur durch einen Gewichtsverlust beeinträchtigen. Auch die Aufnahme und zeitgerechte Wirkung von Medikamenten kann durch eine verminderte Tätigkeit von Magen oder Darm (bspw. Gastroparese oder eine Pseudoobstruktion) gestört werden.

Diagnostik und Behandlung

Die Diagnostik einer verzögerten Magenentleerung, Darmträgheit oder eines Reizdarmes kann aufwendig sein. Sofern mittels Standard-Untersuchungen wie Magen- und Darmspiegelung Entzündungen oder Passage-Hindernisse in Magen oder Darm ausgeschlossen sind, wendet sich die Suche nach den Ursachen der Verdauungsstörung unter anderem auch den neurologischen Ursachen gestörten Nahrungstransports zu. Durch Kontrastmittel unterstützte Röntgenuntersuchung der Magen- und Darmpassagezeit aber auch durch die Messung des Speiseröhrendrucks ist erfahrenen Gastroenterologen die Beurteilung der Kontrolle und Steuerung der Magen- und Darmpassage möglich. Die Zusammenarbeit mit Neurogastroenterologen ermöglicht es, spezialisierte Untersuchungen der Magen- und Darmfunktionen in die Diagnostik aufzunehmen und auch seltene Erkrankungen aufzudecken.

Natürlich richten sich unsere Behandlungsempfehlungen in erster Linie nach der Ursache gestörter Magen- und Darmfunktionen. Zusätzlich werden bewährte Empfehlungen zur Ernährung, Nahrungsergänzung und vor allem Optimierung der Magen- und Darmpassage gegeben. Nach sorgfältiger Auswahl werden zur Verbesserung der Verdauung und Linderung von Beschwerden Medikamente eingesetzt.

Patienten berichteten beispielsweise

Patienten berichteten beispielsweise

„Ich hatte das Gefühl, jeder Bissen hing vor dem Magen fest. Essen war für mich zu einer mühsamen und zeitraubenden Beschäftigung geworden. Ich bin froh, dass sich Neurologen und Gastroenterologen gemeinsam auf die Suche machten und mir helfen konnten."

Prof. Dr. Med. Christina Haubrich
„Sie haben Fragen zum Thema ANS oder möchten einen Termin vereinbaren? Ich helfe Ihnen gerne weiter.“

Prof. Dr. Med. Christina Haubrich